Allgemein, lifestyle — 29. Juli 2014 at 17:09

Die Sache mit den Stäbchen – Umgangsformen für Asien-Reisen

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Sashimi in TokyoWer von Asien spricht, spricht genau genommen von 46 verschiedenen Staaten mit einer Gesamtbevölkerung von mehr als vier Milliarden Menschen. „Mit Verallgemeinerungen sollte man daher etwas vorsichtig sein, da die Definition von guten Manieren durchaus unterschiedlich ausfallen kann. Trotzdem gibt es einige Tipps und Hinweise, die einem den Aufenthalt mit Sicherheit erleichtern können.“ so Rüdiger Lutz, Chef des Münchner Reiseveranstalters Asien Special Tours. Asien Special Tours, die in diesem Jahr ihr 20jähriges Betriebsjubiläum feiern, führen ausschließlich individuell geplante Reisen durch. Der Schwerpunkt des Spezialveranstalters liegt dabei auf Myanmar, Vietnam, China und Zentralasien.Seine Tipps und Erfahrungen gibt Firmengründer Rüdiger Lutz gerne weiter. Hier widmet er sich der zweitwichtigsten Sache der Welt: Essen. 

Hände, nicht Gesicht
In vielen asiatischen Ländern besteht die schöne Sitte vor dem Essen ein feuchtes Tuch zu reichen, das aber bitte nur für die Hände, nicht für das Gesicht verwendet werden soll. Ausnahme Japan: Hier dürfen sich Männer mit dem Tuch auch das Gesicht erfrischen.

Die Sache mit den Stäbchen
Mit Stäbchen essen ist gar nicht so schwer, man muss nur etwas üben und links und rechts schauen, wie es die anderen machen. Aber: Niemals dürfen die Stäbchen während oder nach dem Essen in die Reisschale gesteckt werden! Niemals! Das erinnert an ein buddhistisches Totenritual, bei dem Räucherkerzen in eine Schüssel Reis gesteckt werden, um so dem Toten sein Essen darzubringen. Und niemals mit den eigenen Stäbchen einem Tischnachbarn etwas anbieten. In Japan werden Verstorbene eingeäschert und die Angehörigen klauben die Knöchelchen der Verstorbenen mit Stäbchen aus der Asche und reichen sie einander weiter. Noch Fragen?
Essens-Einladungen
Ein versierter Gastgeber, der Sie zum Essen in ein Restaurant einlädt, wird Sie selbstverständlich nach Ihren Wünschen fragen, aber das geschieht eher aus Konvention oder der Höflichkeit halber. Sonderwünsche oder gar das Insistieren auf ein spezielles Gericht sollten Sie sich besser verkneifen, damit keiner sein Gesicht verliert. In Asien kennt man Mein und Dein nicht, alles wird geteilt.
Das bewegt sich noch!
Die asiatische Küche kann gleichermaßen faszinierend wie exotisch und herausfordernd sein. Kein Gastgeber wird von Ihnen verlangen, alles zu essen, was aufgetischt wird. Nur: Behalten Sie ihren Widerwillen oder Ekel für sich und erregen Sie so wenig wie möglich Aufsehen. Und: was einmal im Mund ist, sollte auch nur den einen Weg nehmen. Werden Sie bedrängt, bedanken Sie sich, lächeln die Aufforderung einfach weg und decken den Mantel des Schweigens (und etwas Reis) über das dargereichte Stück. Sauerkraut schmeckt auch nicht jedem!
Die Sache mit der Nudel
Asiatische Nudelsuppen isst man mit Stäbchen und Löffel, was eine gewisse Fingerfertigkeit voraussetzt. So machen es zumindest die Vietnamesen: Nudeln mit den Stäbchen fassen und entweder mit dem Löffel unterstützen oder die Nudeln ganz auf den Löffel legen. Wenn’s schnell gehen muss, dann kann man Nudeln auch schon mal schlürfen. Tatsächlich gilt Schlürfen aber auch in Asien nicht unbedingt als gute Tischmanier. Nudeln abzubeißen gilt besonders bei den älteren Vietnamesen als böses Omen für ein kurzes Leben.
Aufessen!
Diese deutsche Tugend sollten Sie bei Ihren Asienbesuchen zu Hause lassen. Ganz im Gegenteil: es gilt als ausgesprochen höflich, immer einen kleinen Rest auf dem Teller liegen zu lassen. Das ist ihr größtes Kompliment an den Koch. Sie sind offensichtlich satt geworden.
Das Glas ist halbvoll!
In Japan und Korea ist es verpönt, sich selbst nachzuschenken oder die Bedienung auf das leere Glas aufmerksam zu machen. Um an weitere Getränke zu kommen, schenkt man seinen Tischnachbarn nach, selbst wenn sie noch gar nicht ausgetrunken haben. Im Gegenzug wird dann auch Ihnen nachgeschenkt.
Gemütlich beisammensitzen
Ganz egal wie abwechslungsreich, spannend, exotisch und vielleicht auch unterhaltsam das Essen gewesen sein mag, sobald der letzte Bissen drunten ist, ist der Abend abrupt zu Ende und als guter Gast sollten Sie sich unverzüglich auf den Heimweg machen. Gemütlichkeit mit vollem Bauch kennt man in Asien (noch) nicht.
Trinkgeld
Hat in Japan keine Tradition – in China ist Trinkgeld sogar verboten und wird außerhalb von Hotels häufig als Beleidigung empfunden. Für Menschen in Malaysia ist Trinkgeld zwar ebenfalls keine traditionelle Art, sich zu bedanken, wird jedoch zunehmend gerne gesehen. In Vietnam geben Sie nur Taxifahrern Trinkgeld, oder in besseren Restaurants für wirklich guten Service. In Korea drücken Sie mit Ihrem Trinkgeld besondere Zufriedenheit aus, während in Thailand Trinkgeld in kleinen Restaurants oder an Straßenständen als überhebliches Almosen empfunden wird und gar nicht gut ankommt. Auch in Indien ist Trinkgeld eine freiwillige Angelegenheit – mit Ausnahme von Besuchen in großen Hotels und teuren Restaurants. Bitte bedenken Sie – in aller Regel sind die Löhne für Kellner sehr niedrig und sie sind auf diesen Zusatz angewiesen. Mit der üblichen 10 Prozent Regel – oder ein bisschen mehr – sind Sie gut beraten. Aber Achtung: In großen Restaurants werden die 10 Prozent bereits auf der Rechnung vermerkt, so dass kein extra Trinkgeld anfällt.Weitere Informationen und Buchungsanfragen: www.asien-special-tours.de

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