Allgemein, hotels — 30. Oktober 2013 at 12:41

Elefanten in der Lobby oder Kamel auf dem See: Hoteliers-Legende Angelo Martinelli macht es möglich

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Elefant_Credit Badrutt's Palace Hotel
Ein Elefant durchs Schlüsselloch? Oder durch eine Hoteltüre: Kein Problem für Hoteliers-Legende Angelo Martinelli
Foto: Archive

Rund 70 Prozent Stammgäste, eine mehr als 100-jährige Geschichte und nun einen Mitarbeiter, der dem legendären Traditionshotel in St. Moritz 50 Jahre treu geblieben ist: Für den Resident Manager Angelo Martinelli gibt es im Badrutt’s Palace Hotel keinen „außergewöhnlichen“ Gästewunsch – er hat vom Elefanten in der Lobby bis zu einem Exklusiv-Pop-Konzert auf einem Gästezimmer so einiges erlebt. 

Ein Mann „der alten Schule” wie der charakterstarke Italiener Angelo Martinelli ist eine Rarität in der internationalen Hotellerie. Am 18. Dezember 2013 feiert der 69-jährige Resident Manager sein „goldenes“ Jubiläum im Badrutt’s Palace Hotel. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der rund 520 Mitarbeiter im Winter ist hier zwar insgesamt sehr hoch – 50 von ihnen arbeiten im Hotel seit mehr als 20 Jahren und 17 sogar mehr als 30 Jahre – doch liegt Martinelli mit seinen 50 Jahren in der Loyalitätsskala klar in Führung.

„In den ersten Monaten meiner Zeit hier im Badrutt’s Palace Hotel habe ich immer gedacht, dass unsere Stammgäste mich als Neuling ignorieren. Sie sind schnurstracks zu Herrn Martinelli gelaufen. Ich musste mich erst noch hocharbeiten“, so Hans Wiedemann, Managing Director und Delegate of the Board schmunzelnd. Besonders stolz ist er auf den Spirit im Hotel, der von seinen Mitarbeitern nicht nur im neuen Hotelfilm „A Palace Story“ (http://www.youtube.com/watch?v=uCivNgvo5v4) verkörpert wird. Auch im täglichen Hotelgeschäft agieren sie ganz im Sinne des Slogans: „Nothing is too big for us“ („Nichts ist zu groß für uns“) – oder, wie Mehrheitsaktionär Hansjürg Badrutt zu sagen pflegt: „Im Badrutt’s Palace Hotel sagen wir stets ein kleines bisschen später «Nein»“.

Hoteliers-Legende Angelo Martinelli feiert sein „goldenes“ Jubiläum im Badrutt’s Palace Hotel. Foto: Badrutt’s Palace Hotel Archive
Hoteliers-Legende Angelo Martinelli feiert sein „goldenes“ Jubiläum im Badrutt’s Palace Hotel.
Foto: Badrutt’s Palace Hotel Archive

Hierzu könnte der bescheidene Angelo Martinelli zahlreiche Beispiele anführen, denn die Kontaktpflege mit den Stammgästen gehört zu seinen Kernaufgaben. Jedoch ist für den Resident Manager nach 50 Jahren kaum ein Gästewunsch zu ausgefallen oder gar unmöglich. Von einem Exklusiv-Pop-Konzert mit einer angesagten Band auf einem der Gästezimmer über eine exklusiv für einen Gast geöffnete Skipiste bei Nacht bis hin zu besonderen Geburtstagswünschen, wie einem Elefanten in der Hotel-Lobby oder einem Kamelrennen auf dem gefrorenen St. Moritzersee, hat der langjährige Mitarbeiter so allerlei Unmögliches möglich gemacht.

Angelo Martinelli gilt unter seinen Kollegen als das wandelnde Lexikon der Gästevorlieben und speichert jede einzelne bei sich ab – in seinem Gedächtnis. Die Laufbahn von Martinelli im glamourösen Wintersportort begann im Winter 1963/64, als er im Corviglia Club Chesa Veglia als Commis de Rang startete und sich an das Jetset-Leben der Gäste erst gewöhnen musste: „Ich dachte, ich mache eine Wintersaison und komme danach nie wieder. Das war für mich alles verrückt hier!“, sagt Martinelli heute. Viele Angestellte kamen und gingen – Angelo Martinelli blieb bis heute. Zu Beginn seiner Karriere nutzte er die Sommermonate, um internationale Erfahrung in anderen renommierten Häusern zu sammeln. So sind auf seinem Lebenslauf unter anderem der Bayerische Hof in München, das Dorchester Hotel in London und das Maxim’s in Paris zu finden. Heute arbeitet er besonders gerne an Silvester im Badrutt’s Palace Hotel, um bei der Arbeit die Gäste in ihren ausgefallenen Kleidern zu beobachten und das stilvolle Ambiente und Miteinander zu genießen. Ist das Hotel für die Zwischensaison geschlossen, macht Martinelli nur ungerne Urlaub. Der Resident Manager besucht lieber einzelne Stammgäste und bedankt sich bei ihnen für ihre Treue zum Badrutt’s Palace Hotel. Auf die Frage, wieso er sich noch nicht in den Ruhestand verabschiedet hat, antwortet er stets gelassen mit einer Gegenfrage: „Warum soll ich denn aufhören? Das Hotel ist meine Familie!“

Mehr Impressionen eines legendären Hotels finden Sie in dieser Bildergalerie: (Bilder: “Badrutt’s Palace Hotel Archive“)

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