auto — 14. Juni 2013 at 13:03

Das war die 26. Kitzbüheler Alpenrallye 2013

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Traumwetter für die Klassikerträume

War das eine – prachtvolles Wetter, herrliche Strecken, wundervolle automobile Kostbarkeiten und der Charme der Hahnenkammstadt. Die 26. Kitzbüheler zeigte sich von ihrer besten Seite.

Von ihrer besten Seite zeigten sich auch die Gesamtsieger der Alpenrallye 2013: Andreas Pichler und Marion Bonnati (Morgan 4/4) aus Deutschnofen/Südtirol, holten den Siegespokal der Alpenrallye erstmals nach Italien. Die beiden verwiesen Daniel und Felix Haffa (A, Austin Healey 3000 Mk III) und Horst Keil und Thomas Linhart (D) auf MB 300 SL auf die Plätze. Den Sieg in der Classic Trophy holten sich Christoph von Reiche mit Beifahrer Dr. Ben Irle (D, Aston Martin Lagonda 3 Litre) vor Thomas Eichelmann / Franz Hüttenberger (Ferrari 308 GTS) und Dr. Volker und Dr. Bärbel Scherenberg (MB 300 SL). Der Sepp-Greger-Bergpokal ging an Dr. Johannes Klackl mit Ing. Werner Gassner aus Wien auf Maserati Mistral, 1966.

Dabei hatten die Unwetter der vergangenen Woche gravierende Auswirkungen auf die Rallye: einige der Streckenabschnitte – so etwa die Hochkönigstrecke und die Ausfahrt in den Chiemgau – mussten ersatzlos gestrichen werden bzw. kurzfristig auf Ersatzstrecken verlegt werden. In Summe waren es dann für die 194 Automobilklassiker nur rund 400 statt der geplanten 540 Kilometer, die an den drei Tagesetappen zu bewältigen waren. Trotz dieser Schwierigkeiten stand eine Absage der Rallye nie zur Diskussion: die Veranstalter setzten auf Improvisation.

Apropos Unwetter: Während der Veranstaltung und beim Abschlussabend wurde für die Hochwasseropfer in der Region von Teilnehmern und Sponsoren eine namhafte Summe gespendet, der Betrag wird demnächst an eine regionale Einrichtung übergeben.

Dafür wurden sie bei der Rallye mit Traumwetter belohnt: Es war unter dem Strich eine der schönsten Rallyes der letzten Jahre – bis auf einen kurzen Regenguss am Donnerstag zeigten sich die Alpen im schönsten Sommerkleid. Ein Erlebnis wie immer die Fahrzeugparade in der Kitzbüheler Innenstadt zum Abschluss der Rallye – Tausende Zuschauer säumten die Straßen vom Hahnenkammparkplatz bis in die Kitzbüheler Innenstadt, wo sich die Automobilklassiker chromblitzend dem staunenden Publikum präsentierten.

Abwechslungsreich wie selten zuvor präsentierte sich das Starterfeld der Alpenrallye: Von prachtvollen Vorkriegsklassikern, wie dem ältesten Fahrzeug, einem Bentley Old Mother Gun aus 1925 über elegante Sportcoupés und Limousinen der fünfziger und Sechziger Jahre bis zu Raritäten der Siebziger und frühen Achtziger Jahre (Baujahrgrenze der Rallye: 1981). Nicht weniger als 16 Porsche 911 fanden sich dieses Jahr im Starterfeld – kein Zufall, feiert doch die Zuffenhausener Sportwagenlegende dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum. Wie auch die Sportwagenmarke – bei der Alpenrallye durch einen wundervollen GT 350 vertreten – das erste Modell der italienischen Sportwagenschmiede, sowie aus privater Hand ein P250S.

Zwar die jüngsten Fahrzeuge im Feld, aber dennoch vielbewundert: zwei originale Audi Quattro in Sportversion aus den Achtziger Jahren – pilotiert von DTM-Pilot Mike Rockenfeller und Rallye-Ass Armin Schwarz. Für Aufsehen sorgte auch ein GAZ Tschaika, eine russische Staatskarosse aus 1963, viel Applaus wie immer für die Kleinen wie BMW Isetta (1956) oder NSU Prinz TT. Applaus gab es aber auch für die Oldtimer-Amazone Heidi Hetzer mit ihrem Invicta von 1928 – für sie endete die Ausfahrt am Freitag jedoch bitter: Lagerschaden, Ausfall.

Ein Happy-End gab es hingegen für ein amerikanisches Team: Joanne und Jim Grace aus Florida hatten eigens für die Alpenrallye einen Oldtimer gekauft – doch noch vor der Verschiffung nach Europa kam das Aus: Motorschaden. Volkswagen Classic hatte jedoch einen Ersatzwagen parat, den sie den beiden (und Joannes 90jährigem Vater John) zur Verfügung stellten. Und wie es der Zufall wollte: es war ein US-Export-Käfer, Baujahr 1958…

Vom Rallyefieber anstecken ließen sich diesmal: die Schauspieler Helmut Zierl (VW Käfer “Herbie”), Erol Sander (VW Golf GTI 1), Axel Pape (VW Käfer “Decker”) und Samuel Finzi (Skoda Felicia Cabrio) die Rennsport-Asse Mike Rockenfeller und Armin Schwarz, Modedesignerin Lena Hoschek (Mercedes-Benz 280 SE Cabrio), Schlager-Produzent Bernie Paul (Mercedes-Benz 280 SL) und natürlich Rallye-Ehrenpräsident Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck auf seinem privaten Golf GTI 1.

Fotos: Albin Ritsch, Bernhard Heudorf

 

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