lifestyle — 1. Dezember 2015 at 10:31

Wo Fuchs und Hase noch Zeit zum Gute-Nacht-Sagen haben

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Wer den Bayerischen Wald nicht kennt, der kennt Bayern nicht richtig. Das größte zusammenhängende Waldgebiet des Freistaats liegt an der Grenze zu Tschechien und wurde 1970 als Deutschlands erster Nationalpark ins Leben gerufen. Die Einheimischen nennen sich selbst „Waidler“ und verstehen es, das Besondere ihrer Heimat auch ihren Gästen nahe zu bringen. Diese vier Urlaubsdomizile – allesamt Mitglied im Landesverband „Bauernhof- und Landurlaub Bayern” – entführen Sie weit weg vom trubeligen Alltag.

 

Alte_Liebe_wohnenStilvoll Urlauben im Bayerwaldhaus: Landhof Haidl-Madl in Bischofsreut
Sie ist nicht nur Gastgeberin mit Leib und Seele, Ingrid Haidl-Madl besitzt auch immenses Stilempfinden. Einen Raum nach dem anderen renovierte sie seit 2006 mit viel Liebe zum Detail, Qualitätsbewusstsein und sicherem Gespür für harmonische Materialien, Farben und Formen. In den drei Ferienwohnungen sucht man vergeblich nach blau-weißer Bettwäsche, bayerischem Hirschgeweih und Blümchenmustern. Die Familie Haidl-Madl mag es lieber zeitgemäß – ohne dabei das Vergangene zu verleugnen. Das zeigt sich auch in der neu gestalteten Wohnung „Alte Liebe“: Geseifte Holzböden, ein grüner Kachelofen und stellenweise freigelegte Putz-Schichten auf den dicken Mauern sind eine Hommage an die lange Geschichte des Hofes aus dem 18. Jahrhundert. Für zeitgenössische Kontraste sorgen das moderne Sofa sowie das puristische Bad. Ihre maximal zwei Hände voll Gäste umsorgt Ingrid mit liebevoller Aufmerksamkeit: füllt den Kühlschrank vor dem Einzug, bringt morgens eine Frühstückstüte mit frischen Lebensmitteln vorbei und serviert auf Wunsch mehrmals die Woche abends regionale Köstlichkeiten, zum Teil aus dem eigenen Bauerngarten. Naturliebhaber können auf dem vier Hektar großen Grundstück 400 verschiedene Kleintier- und Pflanzenarten entdecken. Im nahe gelegenen Böhmerwald sagen sich nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht. Luchs, Elch, Schwarzstörche und das scheue Auerhuhn fühlen sich hier ebenfalls heimisch. Die Gäste danken es ihr im Gästebuch: „Staunen an jedem Tag, kleine Wunder entdecken, wieder und wieder, Stille erleben, so nicht mehr gekannt. Ein Streicheln von Seele, Geist und Gemüt. Ein Dank für dieses Erleben.“  www.haidl-madl-ferienwohnen.de

ballett-wildnisTraum in Weiß: Erlebnisbauernhof Achatz in Arnbruck
Wer im Winter Vollgas geben will, fährt besser nach Ischgl, Trois Vallées oder St. Moritz. Wer ein paar Gänge runterschalten möchte, kommt in den Bayerischen Wald ins Zellertal. Dort erwartet Gäste der Familie Achatz Winterspaß vor der Haustür: Obwohl der Hof nur auf 600 Höhenmetern liegt, gab es dort in den letzten Wintern immer viel, viel Schnee. Direkt vom Hof weg führt eine wunderschöne Langlaufloipe, die nächsten kleineren Skilifte Eck-Riedelstein und Riedlberg sind etwa fünf Kilometer entfernt, der schneesichere Arber zirka 20 Kilometer und das Pröller-Skidreieck 25 Kilometer. Wer keine eigene Ausrüstung dabei hat, kann sich Alpin- und Langlaufski leihen. Lieber keiner Menschenseele begegnen? Nur allein mit sich, den unberührten Schnee unter den Füßen und die dichten Baumwipfel des Bayerwalds über sich? All diesen Ruhesuchenden empfiehlt Bauer Alois seine Schneeschuhwanderung „Luchs und Fuchs auf der Spur“. Der 55-Jährige ist auf dem Hof geboren und kennt das Zellertal wie seine Westentasche. Sein Lieblingsziel: Eine spektakuläre Eiswand, die außer ihm nicht viele andere Einheimische kennen. Die Route dorthin führt durch den unberührten Privatwald, vorbei an glitzernden Bächen hinauf zur Schareben-Berghütte. Nach kurzer Einkehr geht es weiter durch eine tiefe Schlucht zur versteckten Eiswand und zurück zum Hof mit seinen kuschligen Vier- und Fünf-Stern-Wohnungen. Die absolute Stille im Wald bleibt noch lange in Erinnerung.  www.erlebnisbauernhof-achatz.de

StubemitCouch_LinknAlmÜber den Baumwipfeln: Link´n Alm in Neureichenau
1000 Meter über dem Meer. Kein Lärm, viel Weite, außen rum nur unverfälschte Natur. In der 1816 erbauten Link´n Alm am Südhang des Dreisessels werden die Gäste wieder an das Ursprüngliche erinnert. Trotz 4-Sterne-Komfort gibt es hier oben kein Unterhaltungsprogramm, keinen schnellen Internetzugang, kein Restaurant, keinen Supermarkt in unmittelbarer Nähe. Das Selbstversorger-Haus mit Platz für maximal zehn Personen besitzt eine Wohnstube, eine Küche, zwei Schlafzimmer, Dusche und zwei Toiletten sowie unter dem Dach weitere sechs Betten und ein Himmelbettzimmer. Liebevoll restaurierte Möbel von anno dazumal machen den Charme des schlicht und dennoch edel eingerichteten Hauses aus. Das Schmuckstück gehört zum nur wenige Minuten entfernten Erlebnis-Bio-Bergbauernhof Link’n Hof der Familie Mößthaler. Vergangene Wintersaison 2014/15 übernachteten die ersten Gäste auf der Alm – und waren begeistert von Fernblick, Abgeschiedenheit und Heimeligkeit. Die Alm ist nicht nur zum Urlauben gedacht, sondern auch ideal für Familienfeiern im kleinen Kreis. Die Obhut über die Gäste der Link‘n Alm und des Link‘n Hof mit gemütlichen Ferienwohnungen und stilvollen Blockhütten haben im Mai übrigens Sohn Alexander und Schwiegertochter Steffi übernommen – nachdem Ludwig und Lydia Mößthaler den vier Mal zum „Ferienhof des Jahres“ gekürten und 2011 mit dem Tourismus Award ausgezeichneten Betrieb 25 Jahre lang mit Herz geführt haben. www.linknhof.de

HaidlMadl_winterUrlaub im Austragshaus: Woferlhof in Arnbruck
Architektonisch aufwändiger geht es kaum: Die Bauernfamilie Preiß ließ ihr denkmalgeschütztes Austragshaus aus dem Jahr 1850 abbrechen und direkt neben ihrem Hof komplett neu wieder aufbauen. Früher diente ein solches Austragshaus den alten Bauersleuten nach Hofübergabe als Altenteil. Seit Anfang der Sechziger Jahre stand es leer. Um das alte Holzhaus wieder bewohnbar zu machen, besserten Handwerker die alten Balken fachgerecht aus und erneuerten sie teilweise. Seitdem kommen Gäste in den Genuss dieses ganz besonderen Fünf-Sterne-Ferienhauses: Das denkmalgeschützte Austragshaus beherbergt heute drei Wohnungen mit zusätzlichen Dachgalerien und einem großen Aufenthaltsraum mit Kachelofen. In der „Magdstube“ und der „Knechtstube“ können vier bis sechs Personen einen romantischen Urlaub verbringen, die etwas kleinere „Bauernstube“ ist für zwei bis vier Gäste geeignet. Auch das ganze Haus für bis zu 18 Personen kann natürlich angemietet werden. Insbesondere Familien mit Kindern sind willkommen. Und langweilig wird es auf dem Woferlhof auch in den Wintermonaten nie: Für die Kleinen stehen Ponyreiten, Fackelwanderungen und Schlittenfahren auf dem Programm; die Erwachsenen können ganz in der Nähe ihrer Ski- oder Langlaufleidenschaft nachgehen, auf Winterwanderwegen wandeln und in der Sauna schwitzen.  www.woferlhof.de

 

Weitere gute Adressen mit dem Blauen Gockel unter www.bauernhof-urlaub.com

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